Die meisten Reisenden lernen Koh Chang zuerst über die bekannte Westseite kennen. Dort reihen sich Strände wie White Sand Beach, Klong Prao oder Lonely Beach aneinander, dazu kommen Hotels, Restaurants und Bars. Doch nur wenige Kilometer entfernt liegt ein völlig anderer Teil der Insel – die Ostküste von Koh Chang.
Hier scheint die Zeit langsamer zu laufen. Statt großer Resorts findest du kleine Fischerdörfer, Plantagen, Mangrovenwälder und einige der ruhigsten Orte der Insel. Viele Besucher beschreiben die Ostküste deshalb als das „ungeschliffene Juwel von Koh Chang“.
Ein Ausflug hierher fühlt sich an wie eine Reise in das ursprüngliche Koh Chang – lange bevor der Tourismus die Insel entdeckte.
Alle Informationen über die Ostküste von Koh Chang
Die Anreise an die Ostküste
Ein wichtiger Grund dafür, dass die Ostküste bis heute so ruhig geblieben ist, liegt an der Infrastruktur der Insel. Koh Chang besitzt nämlich keine Ringstraße. Die Straße endet im Süden der Insel und verbindet West- und Ostküste nicht direkt.
Wer zur Ostküste möchte, fährt deshalb zunächst über den Norden der Insel. Vom Fährpier führt die Straße über Klong Son und weiter entlang der Küste in Richtung Osten. Die Fahrt dauert je nach Ausgangspunkt etwa 45 Minuten bis eine Stunde.
Schon unterwegs verändert sich die Landschaft. Während im Westen immer wieder Resorts und Restaurants auftauchen, wird es hier zunehmend grüner und ruhiger. Kokosplantagen, kleine Häuser und Fischerboote prägen das Bild.
Weniger Touristen, mehr echtes Inselleben
Die Ostküste fühlt sich deutlich ursprünglicher an als die touristische Seite von Koh Chang. Viele Menschen leben hier noch vom Fischfang oder von kleinen Plantagen. Touristen sind zwar willkommen, aber sie prägen das Leben hier nicht so stark.
Auch die Infrastruktur ist einfacher. Es gibt nur einen kleinen 7-Eleven, keine große Tankstelle und nur wenige Hotels. Dafür begegnet man überall freundlichen Einheimischen, kleinen Cafés und Restaurants mit frischem Fisch.
Gerade diese Mischung macht den Charme der Ostküste aus.
Dan Mai – das organisatorische Zentrum von Koh Chang
Der erste größere Ort entlang der Ostküste ist Dan Mai. Obwohl der Ort für Besucher zunächst unscheinbar wirkt, spielt er eine wichtige Rolle für die Insel. Hier befinden sich mehrere Behörden, das Rathaus von Koh Chang, das Government Hospital sowie eine große Polizeistation.
Dan Mai ist damit so etwas wie das administrative Zentrum der Insel. Wer durch die Straßen fährt, erlebt hier ein ganz normales thailändisches Kleinstadtleben. Kleine Geschäfte, lokale Restaurants und Märkte prägen das Bild.
Touristen verirren sich nur selten hierher – gerade deshalb lohnt sich ein kurzer Stopp.
Salak Khok – Mangroven und ein charmantes Fischerdorf
Ein besonders schöner Ort an der Ostküste ist Salak Khok. Das kleine Fischerdorf liegt in einer geschützten Bucht, die von Mangrovenwäldern umgeben ist.
Hier scheint alles ein wenig ruhiger zu sein. Fischerboote liegen am Wasser, Stelzenhäuser stehen entlang der Küste und einige kleine Restaurants servieren frischen Fisch.
Viele Besucher kommen vor allem wegen der Mangrovenlandschaft nach Salak Khok. Von hier starten kleine Bootstouren oder Kajakausflüge durch die Mangrovenkanäle. Während man zwischen den dichten Wurzeln der Bäume paddelt, bekommt man einen ganz anderen Eindruck von Koh Chang – fern von Stränden und Resorts.
Ein Spaziergang über den langen Mangrovensteg gehört ebenfalls zu den Highlights. Der Steg führt direkt durch die Mangroven und macht einen kleinen Loop.
Salak Phet – ein Fischerdorf im Süden der Insel
Fährt man weiter nach Süden, erreicht man schließlich Salak Phet, das größte Dorf an der Ostküste. Auch hier leben viele Menschen noch vom Fischfang, und das Dorf wirkt deutlich authentischer als die touristischen Orte der Westküste.
Es gibt einige kleine Restaurants, einfache Homestays und sogar eine sehr gute Bäckerei, die bei Reisenden überraschend beliebt ist. Besonders am Nachmittag ist die Stimmung hier entspannt. Fischerboote kehren langsam zurück in den Hafen und die Restaurants bereiten frischen Fisch für den Abend vor.
Wer das Leben der Insel wirklich kennenlernen möchte, sollte sich Zeit nehmen und hier eine Weile bleiben.
Ein Kaffee mit Aussicht – Altitude79
Nicht weit von Salak Phet entfernt liegt eines der schönsten Cafés der Insel. Altitude79 befindet sich an einem Hang oberhalb der Bucht und bietet einen fantastischen Blick über das Meer und die umliegenden Berge.
Viele Besucher kommen hierher, um bei einem Kaffee oder Smoothie den Sonnenuntergang zu genießen. Gerade am späten Nachmittag ist die Atmosphäre besonders schön, wenn das Licht über die Bucht von Salak Phet fällt.
Long Beach – der einsame Strand im Süden
Noch weiter südlich liegt Long Beach, einer der abgelegensten Strände von Koh Chang. Der Weg dorthin führt durch dichten Dschungel und kleine Plantagen.
Der Strand selbst ist ruhig und naturbelassen. Es gibt nur ein kleines Restaurant und einige einfache Strandhütten. Gerade deshalb wirkt der Ort so besonders. Wer hier ankommt, findet meist viel Platz und kaum andere Besucher.
Viele Reisende bleiben hier eine Weile, um die Ruhe zu genießen oder im Meer zu schwimmen.
Memorial Beach – ein Ort mit Geschichte
Ganz in der Nähe von Long Beach befindet sich Memorial Beach. Der Strand ist klein und ruhig, doch ein Denkmal erinnert hier an historische Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg.
Heute ist der Ort vor allem ein ruhiger Platz am Meer, an dem man kurz innehalten kann, bevor man weiter Richtung Süden fährt.
Koh Ngam – das kleine Koh Phi Phi
Eines der spektakulärsten Ziele der Ostküste liegt etwas außerhalb der Hauptinsel. Koh Ngam ist eine kleine Inselgruppe südlich von Long Beach und gehört zum Marine Nationalpark.
Die Insel wird oft als „Mini Koh Phi Phi“ bezeichnet, weil zwei kleine Inseln durch eine schmale Sandbank verbunden sind. Das Wasser rundherum ist meist kristallklar und ideal zum Schnorcheln.
Viele Besucher paddeln mit einem Kajak von Long Beach zur Insel oder lassen sich mit einem kleinen Boot übersetzen. Für den Besuch wird eine Nationalparkgebühr von etwa 200 THB erhoben.
Wasserfälle im Osten der Insel
Die Ostküste von Koh Chang ist nicht nur für ihre Dörfer und Strände bekannt, sondern auch für einige der schönsten Wasserfälle der Insel.
Der Than Mayom Waterfall gehört zu den beeindruckendsten Wasserfällen im Nationalpark. Mehrere Wasserbecken laden zum Baden ein und selbst außerhalb der Regenzeit führt der Wasserfall meist Wasser.
Ein weiterer schöner Wasserfall ist der Khlong Nonsi Waterfall in der Nähe von Dan Mai. Er ist kleiner, aber besonders während der Regenzeit sehr sehenswert.
Tagesausflug oder Übernachtung?
Viele Besucher entdecken die Ostküste im Rahmen eines Tagesausflugs. Wer früh startet, kann problemlos mehrere Orte erkunden – von Dan Mai über Salak Khok bis nach Salak Phet und Long Beach.
Noch intensiver erlebt man die Region jedoch, wenn man eine Nacht bleibt. Einige kleine Homestays und Gästehäuser bieten einfache, aber charmante Unterkünfte.
Am Abend wird es hier besonders ruhig. Während im Westen Bars und Restaurants geöffnet sind, hört man an der Ostküste oft nur das Meer und die Geräusche des Dschungels.
Ein anderer Blick auf Koh Chang
Die Ostküste zeigt eine Seite von Koh Chang, die viele Reisende zunächst gar nicht erwarten. Statt touristischer Infrastruktur findest du hier eine Landschaft, die noch stark vom traditionellen Leben geprägt ist.
Fischerdörfer, Mangroven, Wasserfälle und einsame Strände machen diesen Teil der Insel zu einem besonderen Erlebnis.
Wer Koh Chang wirklich verstehen möchte, sollte deshalb nicht nur die Strände im Westen besuchen, sondern auch einen Abstecher an die Ostküste machen.
Denn genau hier entdeckt man oft die schönsten Geschichten der Insel.

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